Schwerpunkt Strafrecht:

Ein Strafverfahren stellt für den Beschuldigten und Angeklagten stets ein einschneidendes Ereignis dar und birgt für den Betroffenen vielerlei Gefahren und Risiken, die oft nicht ohne weiteres erkennbar sind. Oft kann bereits ein kleines Verfahren durch einen Eintrag im Strafregister berufliche Träume und Pläne endgültig zerstören. Bei besonders gewichtigen Vorwürfen wie gefährlicher oder schwerer Köperverletzung, fahrlässiger Tötung, Einbruchsdiebstahl, räuberischer Erpressung oder Totschlag gilt dies umso mehr.

Ablauf eines Ermittlungsverfahrens
Ein Strafverfahren ist in verschiedene Teile gegliedert. Es beginnt mit dem Ermittlungsverfahren, bei dem die Strafverfolgungsbehörden in Form von Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst versuchen, den Sachverhalt zu ermitteln – also zu klären, was tatsächlich passiert ist. Bereits im Rahmen des Ermittlungsverfahrens können Durchsuchungen, Beschlagnahmen und Festnahmen erfolgen. Auch Telefonanschlüsse können überwacht werden.

Schon in diesem frühen Stadium werden wichtige Weichen für den späteren Verfahrensgang gestellt. Oft machen die Betroffnen gegenüber der Polizei in diesem frühen Stadium Angaben, die später zu ihrem Nachteil ausgelegt werden. Daher ist hier eine anwaltliche Beratung von besonderer Wichtigkeit.

Das Ermittlungsverfahren endet mit der Abschlussverfügung, in der die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt oder Anklage erhebt. Die Einstellung kann gegebenenfalls gegen eine Auflage erfolgen.

Bereits in diesem Verfahren macht eine anwaltliche Vertretung Sinn, da der Beschuldigte durch den Anwalt Einsicht in die Ermittlungsakten erhält und somit ein genaues Bild der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bekommt. Erst dieses genaue Bild der Vorwürfe und der dafür vorgebrachten Beweismittel erlaubt es, den Vorwurf konkret zu bewerten und eine sinnvolle Verteidigungsstrategie zu erarbeiten. Gerade in diesem frühen Stadium können oft noch entlastende Beweise gesichert werden, die später die erfolgreiche Abwehr des strafrechtlichen Vorwurfs ermöglichen.

Hauptverfahren
Im Hauptverfahren wird der strafrechtliche Vorwurf, der nunmehr von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden ist, innerhalb eines Gerichtsprozesses überprüft.  Der dadurch ermittelte Sachverhalt wird dann Grundlage eines Urteils.

Im Rahmen einer anwaltlichen Vertretung erfolgt eine Beratung des Angeklagten über seine prozessualen Rechte, über die Möglichkeit Beweisanträge zu stellen und über ein sachgerechtes Auftreten bei Gericht. Eine erfolgreiche Strafverteidigung steht in diesem Fall auf verschiedenen Füßen: So können bereits im Vorfeld eines Strafprozesses durch die Verteidigung Absprachen mit den Strafverfolgungsbehörden getroffen werden, die für den Angeklagten ein günstigeres Ergebnis zur Folge haben können, als dies bei einer streitigen Hauptverhandlung mit umfangreicher Beweisaufnahme der Fall wäre.

Auch das persönliche Auftreten des Angeklagten ist Gegenstand der anwaltlichen Beratung, da hier oft Sympathiepunkte bei Gericht gesammelt werden können, die sich positiv auf das Ergebnis auswirken können. Durch das richtige Auftreten und Verhalten bei Gericht kann die Entscheidung, ob eine Freiheitsstrafe noch zur Bewährung ausgesetzt wird, oder ob die Strafhaft tatsächlich angetreten werden muss, zugunsten des Beschuldigten beeinflusst werden. Gleiches gilt für die Frage, ob ein Bewährungsbruch zum Wiederruf der Bewährung und damit zum Vollzug der Freiheitsstrafe führt oder nicht.

Bei einer Reihe von Straftaten, wie beispielsweise Stalking, Beleidigung oder Körperverletzungsdelikten, spielt die Frage des Verhaltens bei Gericht eine besonders wichtige Rolle bei der Festlegung der Strafe.

Opfervertretung
Als Opfer einer Straftat haben sie im Rahmen des Strafverfahrens gegen den Schädiger beziehungsweise Täter eine Reihe von Rechten, die sie optimal unter Zuhilfenahme anwaltlichen Beistandes in Anspruch nehmen können.

So hat das Opfer einer Straftat die Möglichkeit, Einsicht in die Ermittlungsakten gegen den Täter zu erlangen. Diese Akteneinsicht ist aber nur im Wege der anwaltlichen Vertretung möglich. Sie erlaubt es dem Opfer einer Straftat, die Ermittlungsergebnisse der Strafverfolgungsbehörden zu überblicken und auf eventuell vorhandene Ermittlungslücken und Defizite hinzuweisen, die dann noch geschlossen werden können. Außerdem kann im Rahmen des Strafprozesses gegen den Schädiger gleichzeitig auch ein Schmerzensgeld beziehungsweise Schadensersatz erlangt werden. Dies erspart dem Opfer einen zweiten Gerichtsprozess und eine zweite, möglicherweise traumatische, Aufarbeitung der Tatgeschehnisse.

Auch als Opfer einer Straftat stehen wir Ihnen gerne zur Seite und beraten sie.

Hinweise für Beschuldigte einer Straftat
Sie sind einer Straftat verdächtig und in diesem Zusammenhang von der Polizei beziehungsweise Staatsanwaltschaft kontaktiert und zu einer Aussage aufgefordert worden?

In diesem Fall ist ein anwaltlicher Beistand geboten, um die Rechte des Beschuldigten optimal zu wahren. Insbesondere ist es grundsätzlich empfehlenswert, zunächst als Beschuldigter keine Angaben im Hinblick auf die vorgeworfene Straftat gegenüber den Ermittlungsbehörden zu machen. Der Beschuldigte einer Straftat hat das Recht zu schweigen, ohne dass hieraus negative Schlüsse gezogen werden dürfen. Im Rahmen einer anwaltlichen Vertretung wird dann Akteneinsicht in die Ermittlungsakten genommen. Der sich daraus ergebende Sachverhalt und die im Raume stehenden Beweismittel werden sodann mit dem Mandanten erörtert und es wird die Frage geklärt, ob der Mandant sich zur Sache äußert oder nicht. Ob der Beschuldigte Angaben macht oder nicht, ist die mit Abstand schwierigste Entscheidung im Rahmen eines Strafverfahrens Diese äußerst schwierige Entscheidung sollte der Beschuldigte daher nicht alleine treffen, sondern er sollte hier anwaltlichen Beistand in Anspruch nehmen.

Untersuchungshaft
Oft wird im Rahmen eines Straf- und Ermittlungsverfahrens gegen den Beschuldigten die Untersuchungshaft verhängt. Diese dient dazu, den Fortgang des Strafverfahrens zu sichern, da  der Beschuldigte so nicht mehr die Möglichkeit hat, Beweismittel zu vernichten beziehungsweise auf mögliche Zeugen Einfluss zu nehmen. Auch eine Flucht des Beschuldigten soll damit unterbunden werden.

Oft werden jedoch die vorgenannten Haftgründe vor den Ermittlungsbehörden sehr weit interpretiert und es kommt zu nicht angemessenen Inhaftierungen. Anwaltlicher Beistand kann dem Beschuldigten helfen, seine Rechte zu wahren und wieder in Freiheit zu gelangen. Hier ist jedoch stets eine sorgfältige Abwägung und genaue Beratung mit dem Strafverteidiger geboten. Der Verteidiger stellt auch den erforderlichen Kontakt zu den Angehörigen her und berät auch diese über die Möglichkeiten eines Besuches, verschafft gegebenenfalls Besuchserlaubnisse und klärt, sofern dies vom Mandanten gewünscht wird, die Angehörigen über die Situation auf.
 
Ansprechpartner ist Rechtsanwalt Konstantin Matzner